Donnerstag, 3. Januar 2008



I N T R O I T U S

(lat.: Einzug)
Der gesungene Beginn der Messe.
Ursprünglich war der Introitus ein
gesungenes Psalm-Gebet, das den
Einzug des Bischofs vom Eingang der
Kirche bis zum Altar begleitete.



Erinnerst Du Dich an "Räuber und Gendarm" oder "Cowboy und Indianer"?

Dann kennst Du bereits Live-Rollenspiel!

Live Rollenspiel wird auch LARP genannt (Live Action RolePlaying) und ist im Kern exakt das Gleiche wie die oben genannten "Kinderspiele": Befreundete Leute treffen sich, spielen miteinander, tragen eventuell eine Verkleidung und stellen sich dabei vor, jemand anderes zu sein.

Der einzige Unterschied ist, dass Live Rollenspiel eben ein Cowboy und Indianer Spiel "für Erwachsene" ist. Und darum ein vielschichtigeres Thema und etwas differenziertere Regeln hat als "Peng! Du bist tot".

Live Rollenspiele gibt es für die verschiedenen Genres: Praktisch alles, woraus man ein Buch, einen Film oder ein Computerspiel machen kann, ist auch als Basis für ein LARP tauglich – ganz genau so, wie "Cowboy und Indianer" im Kern auf dem Western-Genre beruht.

Die Funktionsweise von Live Rollenspiel weicht dabei nicht wesentlich von der Kinderspiel-Variante ab und ist darum für jeden leicht zu lernen:


Man stellt eine Rolle dar.

Das bedeutet, man stellt sich bei einem Live Rollenspiel vor, man sei ein Cowboy, ein Elf, ein Ritter oder eben ein Vampir. Die Art des Live-Rollenspiels und die Regeln der Runde, in der man spielen möchte, legen fest, welche Rollen zur Verfügung stehen und welche Freiheiten man hat, sich "seinen" Cowboy (bzw. Vampir *grins*) auszudenken.


Man zieht sich entsprechend der Rolle an.

Bedeutet: wenn man einen Cowboy spielt, setzt man sich nen Hut auf. Oder trägt als Ritter eine Rüstung. Hier sind Vampire-Spieler im Vorteil, denn das Spiel erfordert keine "besondere" Ausrüstung: Wenn "Dein" Vampir mit Jeans und Shirt fertig und passend angezogen ist, null Problem!


Man interagiert auf Basis gewisser Regeln.

"Peng, Du bist tot!" "Gar nicht wahr, Du hast nicht getroffen" "Hab ich wohl!" – Wer sich an diese Streitereien erinnert, wird verstehen, warum heutige Live Rollenspiele klare Regeln brauchen. Diese Regeln sind je nach Rollenspiel und Runde mal mehr, mal weniger komplex. Meist lernt man die Regeln aber durch Mitspiel sehr schnell.



Formen des Live-Rollenspiels

Die beliebteste Form von Live Rollenspiel ist das so genannte "Fantasy LARP", das wie der Name schon sagt auf dem Fantasy-Genre im Stil von "Herr der Ringe" beruht. Im Fantasy LARP spielt man meist einen "Helden", der gemeinsam mit anderen Recken gegen ein wie auch immer geartetes "Böses" kämpft.

Im Gegensatz dazu ist Vampire Live Rollenspiel (das zweitbeliebteste LARP) ein Spiel "jeder gegen jeden" (PvP): Die Spieler stellen beim Vampire Live keine "guten" Helden dar, die gemeinsam gegen das "Böse" streiten, sondern jeder einzelne von ihnen ist selbst vom Bösen gezeichnet.

Wer der "Feind" ist, ist somit nicht mehr so leicht zu erkennen. Es mag sich herausstellen, dass der wahre Feind des Vampirs er selbst ist!

Vampire sind tragische Wesen. Einsame Jäger. Untote, die sich nach Leben und Liebe verzehren, bis die Jahrhunderte jede einst menschliche Regung weggewaschen haben. Vampire ist ein Spiel dieses persönlichen Horrors im Stile der Schauerromantik. Vampire sind Anti-Helden.

Der besondere Reiz des Vampire Live Rollenspiels besteht genau darin, das Thema des Vampirseins zu erforschen und sich Durch das Spiel zu erarbeiten: Mag es beim Vampire Live im Vordergrund auch um Intrigen zwischen den Vampiren, um Thronstürze, Bandenkriege verfeindeter Vampirfraktionen oder höfische Ränkespiele gehen: Im Hintergrund stehen stets Fragen um Seelenheil und Menschlichkeit, Gut und Böse – und dem weiten Bereich dazwischen.



Eine Welt der Dunkelheit

Ein großer Vorteil des Vampire Live Rollenspiels besteht darin, dass diese Spiele anders als z.B. Fantasy LARPs nicht als vereinzelte und manchmal recht teure Events auf weit entfernten Burgen stattfinden, sondern dass sich das Spiel je nach Spielfrequenz der Runde monatlich, 14-tägig oder sogar wöchentlich direkt in Deiner Heimatstadt entfaltet:

Vampire Live spielt "im Hier und Jetzt", in einer Welt, die aussieht wie unsere, in der aber Vampire, Werwölfe, Hexerei, Geister und andere Schrecken sehr "real" sind.

Diese fiktive "Welt der Dunkelheit" wurde als Hintergrund des Vampire-Spiels vom amerikanischen Spielverlag "White Wolf" geschaffen, und die meisten deutsche Vampire Live Runden spielen auf Basis dieser "Welt der Dunkelheit" und nach einem der beiden Vampire-Spiele von White Wolf: Maskerade oder Requiem (mehr Details über diese Spiele und deren Eigenheiten findest Du unter Vampire: Requiem).

Für Dich bedeutet dies, dass eine wirkliche, voll entwickelte und mit reichen Hintergründen ausgestattete Welt "da draußen" ist, die Du im Spiel erforschen und erfahren kannst.

Und das eben nicht alleine an Deinem Computer via Network, sondern "live", in direkter Begegnung mit anderen Spielern, die – wie Du – den Weg "ihres" Vampirs durch sein Requiem (sein Leben im Tode) verfolgen.



Gefahren des Live-Rollenspiels

"Gefahren" gibt es beim Live Rollenspiel keine. Oder zumindest keine anderen als die, welche jeden Normalbürger erwarten, der nachts in Deiner Stadt unterwegs ist.

Vampire Live Rollenspieler glauben nicht "wirklich" an Vampire. Sie trinken kein Blut. Sie häuten keine Katzen. Sie tun nichts von dem, was sensationshungrige Journalisten, Talk-Show-Moderatoren oder Krimi-Drehbuchautoren ihnen im Sommerloch gerne mal andichten.

Streng genommen ist Vampire Live Rollenspiel sicherer und vor allem gesünder als "normalere" Freizeitbeschäftigungen – jedenfalls, solange in Deutschland allwochenendliche Partyexzesse mit überhöhter Laustärke und Kampftrinken zu den "normalen" Freizeittätigkeiten gehören.

(Im übrigen haben wir nichts gegen Parties – wir sind es nur leid, in eine "gefährliche" Ecke gestellt zu werden, in die wir schlicht nicht gehören.)


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